IT - Infrastruktur und Team

Die Digitalisierung hat in den medizinischen Laboratorien bereits frühzeitig Einzug gehalten und entscheidend zur Qualitätsverbesserung und Performancesteigerung beigetragen. Wie nie zuvor stützen sich nahezu alle Prozesse einer modernen Patientenversorgung auf speziell zugeschnittene IT-Lösungen.

Bereits die Anforderung von Laborleistungen auf der Krankenstation erfolgt über ein elektro­nisches Order-Entry-System (ixserv). In speziell konfigurierten Anforderungsmasken stellen die Stationsmitarbeiter die erforderlichen Analysen zusammen. Zur eindeutigen Identifikation durch eine Auftragsnummer werden die zu füllenden Probengefäße mit Barcodeetiketten versehen und an das Labor verschickt. Parallel erfolgt über eine HL7-Schnittstelle die Übermittlung der elektronisch getätigten Anforderungen an das Laborinformationssystem (LIS) OPUS::L. Im Labor angekommen, wird der Probenbarcode eingelesen und den bereits vorliegenden Analysenanforderungen zugeordnet. Die Patientenproben werden nun innerhalb des Labor­automationssystems (LAS) prozessiert (siehe Kapitel "Laborautomationssystem") oder in den Laboren mit speziellerer Analytik durch entsprechend geschulte Mitarbeiter weiter verarbeitet. Nach technischer und medizinischer Validation werden die Ergebnisse elektronisch auf Station rückübermittelt.

Diese zunächst einfach erscheinende IT-Grundstruktur wird durch eine nicht geringe Anzahl supportiver IT-Module ergänzt. Sie werden für die Steuerung und Datenverarbeitung des LAS benötigt (AMS, DMS), für die interne Steuerung der einzelnen Analysengeräte und für die komplexe Datenprozessierung innerhalb der innovativen Systeme der Spezialbereiche des UMG-Labors. Ein übersichtliches Qualitätssicherungsmodul (OPUS::L) vereinfacht entscheidend die Dokumentation und Übersichtlichkeit des internen Qualitätskontrollwesens und die Einhaltung der RiliBÄK. Ein weiteres wichtiges Modul erlaubt flexible statistische Auswertungen vielfältiger Aspekte (Turnaround times, Analysenzahlen, Kosten vs. Erlöse, Zeit-Mengen-Gerüste, Wachstums- und Regressionskurven u.a.) und liefert entscheidende Kennzahlen zur Steuerung des Laborbetriebs.

Patientenstammdaten werden über Schnittstelle aus SAP-ISH abgerufen. Zur Abrechnung der nach extern erbrachten Leistungen dient das OPUS-Modul Faktura.

Als außerordentlich hilfreich erweist sich das 'Inventory Management System' (IMS), das die Verwaltung und den Verbrauch RFID-markierter Waren ermöglicht und voll in das elektronische Bestellwesen der UMG integriert wurde. Punktuell leer gelaufene Warenbestände aufgrund vergessener Bestellnotizen gehören der Vergangenheit an. Auch die jährliche Inventur ist durch IMS stark vereinfacht und zeitlich verkürzt.

Neben der Erweiterung des Spektrums nützlicher supportiver IT-Module spielt die Vereinfachung der übergreifenden IT-Struktur der Labore die entscheidende Rolle. Neben den preislichen Unterschieden bei der Vergabe von Klein- und Großaufträgen verursacht der parallele Betrieb zahlreicher unterschiedlicher IT-Systeme einen signifikant erhöhten Kostenaufwand.

Die erforderliche LIS-Integration wurde in den letzten Jahren entschieden vorangetrieben. Aktuell sind/werden folgende Laborbereiche in das OPUS-LIS integriert: Klinische Chemie, Hämatologie-Onkologie, Nephrologie-Rheumatologie, Gastroenterologie-Endokrinologie, Virologie, Pädiatrie und Dermatologie-Allergologie. Mit vorausschauender Unterstützung durch den UMG-Vorstand und den IT-Geschäftsbereich G3-7 wurde ein laborbereichsübergreifendes IT-Team geschaffen, das über die bereits genannten Abteilungen hinaus die Bereiche/Abteilungen Indigho (hämatologische Zytogenetik und Molekulare Diagnostik), Pathologie und Forensik mit betreut. Zentrale Aufgabe dieses IT-Teams ist neben der täglichen Betreuung der Bereiche die strategische Entwicklung und Weiterentwicklung einer zukunftsfähigen IT-Struktur der Labore an der UMG.

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Stefan Smid
Stefan Smid
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Christian Bode
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Kevin Fest
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